Deutsche Reisende profitieren seit Ende 2024 von Chinas einseitiger visafreier Regelung und dürfen das chinesische Festland für kurze Aufenthalte ohne Visum betreten. Doch der Status hat Grenzen, und wer länger bleibt oder andere Zwecke verfolgt, braucht weiterhin ein Visum. Dieser Leitfaden zeigt den visafreien Weg, das L-Touristenvisum über das chinesische Visazentrum, die Transitregelung über 144 und 240 Stunden, dazu Hongkong und Macau als eigene Welt und wie man in Shanghai einen Kaffee bezahlt, ohne internationale Karte.
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Seit Ende 2024 hat sich für deutsche Reisende vieles vereinfacht. China führte am 30. November 2024 eine einseitige visafreie Regelung für Deutschland und zahlreiche weitere Länder ein. Inhaber eines deutschen Reisepasses dürfen seitdem das chinesische Festland für kurze Aufenthalte betreten, ohne vorher ein Visum zu beantragen. Das gilt für Tourismus, Geschäftstermine, Familien- und Freundesbesuche sowie für den Transit. Die ursprünglich auf 15 Tage begrenzte Frist wurde Ende 2024 auf 30 Tage pro Einreise verlängert. Das ist die wichtigste und am häufigsten übersehene Neuerung.
Wichtig bleibt aber: Die visafreie Regelung ist einseitig und befristet. China kann sie ändern oder beenden. Prüfen Sie deshalb immer die offizielle Quelle der chinesischen Botschaft, bevor Sie buchen — nicht einen viralen Post auf Instagram. Und: Sie deckt nur kurze Aufenthalte zu den genannten Zwecken ab. Wer länger als 30 Tage bleiben, studieren, arbeiten oder zu einem anderen Zweck einreisen will, braucht weiterhin ein Visum.
Daneben hat China eine der großzügigsten Transitregelungen der Welt aufgebaut. Wer China nur auf dem Weg in ein Drittland durchquert, kann sechs Tage bleiben — in vielen Regionen zehn Tage — ganz ohne Visum. Peking, Shanghai und Kanton gehören dazu. Es ist die Tür, die am häufigsten falsch benutzt wird, weshalb Reisende am Gate scheitern.
Dieser Leitfaden trennt die Wege sauber, denn sie zu vermischen ist der klassische Fehler. Weg eins: die visafreie Einreise für kurze Aufenthalte bis 30 Tage. Weg zwei: das L-Touristenvisum für längere oder andere Aufenthalte, bei denen China das Ziel ist. Weg drei: der visafreie Transit, für alle, die nur durchreisen. Drei verschiedene Verfahren, drei verschiedene Regeln, drei verschiedene Risiken. Am Ende kommen Hongkong und Macau, die eine eigene Grenzwelt sind.
Kein Versprechen auf magische Abkürzungen. Nur die Regeln, wie sie 2026 sind, und die Stolperfallen, die die Reise kosten.
Brauchen Sie ein Visum, die visafreie Einreise oder den Transit? Entscheiden Sie zuerst
Bevor Sie irgendetwas tun, beantworten Sie eine Frage: Ist China Ihr Ziel oder Ihr Korridor — und wie lange bleiben Sie?
- Kurzer Aufenthalt, China als Ziel (bis 30 Tage): Sie wollen die Mauer sehen, zwei Wochen bleiben, Verwandte besuchen, einen Geschäftstermin wahrnehmen. Mit deutschem Pass reisen Sie dank der einseitigen visafreien Regelung ohne Visum ein. Lesen Sie den Abschnitt zur visafreien Einreise.
- Längerer Aufenthalt oder besonderer Zweck (über 30 Tage, Studium, Arbeit): Hier reicht die visafreie Regelung nicht. Sie brauchen ein Visum (für Tourismus das Typ L). Springen Sie zum Visum-Abschnitt.
- Korridor: Sie fliegen von Deutschland nach Australien, Japan oder Thailand, die Verbindung läuft über Peking oder Shanghai, und Sie wollen die Stadt für ein paar Tage erkunden. Dann ist der visafreie Transit eine Option. Dazu gibt es einen eigenen Abschnitt weiter unten.
Wer die Wege verwechselt, beantragt entweder ein Visum, das er gar nicht braucht, oder versucht den Transit zu nutzen, obwohl China das eigentliche Ziel ist — und wird im zweiten Fall abgewiesen. Der Check-in-Schalter der Airline in Deutschland ist der erste Filter. Ohne die richtigen Unterlagen steigen Sie nicht ins Flugzeug.
Visafreie Einreise für deutsche Reisende: was 2024 wirklich passierte
Die große Welle der Jahre 2024 und 2025 war Chinas visafreie Regelung für Dutzende Nationalitäten — Einreise zu Tourismus, Geschäft, Familienbesuch oder Transit, ganz ohne Antrag. Deutschland war von Anfang an dabei. Frankreich, Italien, Spanien, die Niederlande und zahlreiche weitere europäische Länder folgten, dazu Japan und Südkorea unter bestimmten Bedingungen.
Konkret heißt das für deutsche Pässe: Sie dürfen seit dem 30. November 2024 das chinesische Festland für bis zu 30 Tage pro Einreise ohne Visum betreten. Sie steigen mit gültigem Reisepass ins Flugzeug, passieren die Einreisekontrolle und sind drin. Kein Visazentrum, keine Konsulargebühr, kein Wochen langes Warten.
Die Grenzen der Regelung sollten Sie aber kennen:
- Zweck: gedacht für Tourismus, Geschäftstermine, Familien- und Freundesbesuche sowie Transit. Nicht für Arbeit, Studium oder Journalismus.
- Dauer: maximal 30 Tage pro Einreise. Wer länger bleiben will, braucht ein Visum.
- Pass: Der Reisepass muss bei Einreise mindestens sechs Monate gültig sein.
- Einseitig und befristet: China gewährt die Regelung freiwillig und kann sie jederzeit ändern. Aktuell ist sie bis Ende 2025 verlängert worden und wurde mehrfach erweitert — prüfen Sie vor jeder Buchung die offizielle Quelle.
Wenn Ihre Reise länger als 30 Tage dauert oder Sie zu einem nicht abgedeckten Zweck einreisen, gilt der Rest dieses Leitfadens zum Visum für Sie. Für alle anderen ist der Festlandbesuch heute so einfach wie nie.
L-Touristenvisum: was es ist und wer es braucht
Trotz der visafreien Regelung gibt es Fälle, in denen Sie weiterhin ein Visum brauchen: längere Aufenthalte, Studium, Arbeit oder besondere Zwecke. Das chinesische Visum ist nach Buchstaben geordnet, ähnlich dem amerikanischen. Für Tourismus ist es das Typ L (von lǚyóu, Reisen).
| Visum | Wofür | Typische Dauer |
|---|---|---|
| L | Tourismus, Reisen, Besuch von Sehenswürdigkeiten. | Aufenthalt bis 30–60 Tage je Einreise |
| M | Geschäft: Messen, geschäftliche Treffen, Fabrikbesuche. | Je nach Einladung |
| F | Kultureller, wissenschaftlicher Austausch, nicht-kommerzieller Besuch. | Variiert |
| Q1/Q2 | Besuch ansässiger Familienangehöriger oder chinesischer Staatsbürger. | Q2 bis 180 Tage |
| X1/X2 | Studium (X1 lang, X2 kurz). | Dauer des Studiums |
| Z | Arbeit mit Genehmigung. Erfordert Sponsor und Arbeitserlaubnis. | Je nach Vertrag |
Die meisten Leser, die überhaupt noch ein Visum brauchen, nehmen das L. Wer einen chinesischen Verwandten besucht, kann vom Konsulat ins Q geschoben werden. Wer arbeiten will, braucht das Z mit dem ganzen Papierkram zur Arbeitserlaubnis — ein anderes Verfahren, ein anderer Leitfaden. Versuchen Sie nie, mit Arbeitsabsicht als Tourist einzureisen: Arbeiten mit L-Visum ist illegal und führt zur Abschiebung.
Das L-Visum gibt es mit einfacher, zweifacher oder mehrfacher Einreise, die Gültigkeit variiert. Deutsche erhalten je nach Reisehistorie meist eine Gültigkeit von Monaten bis zu einem Jahr, mit 30 bis 60 Tagen Aufenthalt pro Einreise. Entschieden wird das vom Konsularbeamten, nicht von Ihnen.
Unterlagen fürs L-Visum: die Liste, die wirklich verlangt wird
China ist beim Papier penibel. Ein fehlendes Dokument schickt den Antrag zurück. Nehmen Sie alles mit:
- Reisepass mit mindestens sechs Monaten Restgültigkeit und wenigstens zwei leeren Seiten.
- Antragsformular (COVA), online ausgefüllt, ausgedruckt und unterschrieben.
- Ein Foto, aktuell, in Farbe, weißer Hintergrund, 33×48 mm (chinesisches Format, anders als beim US-Foto).
- Flugreservierung für Hin- und Rückflug (oder den Ausreiseflug aus China). Buchen Sie stornierbar und kaufen Sie nicht vor der Genehmigung.
- Hotelreservierung für den gesamten Aufenthalt, oder ein Einladungsschreiben, wenn Sie privat unterkommen.
- Einkommensnachweis / Kontoauszug der letzten Monate, der zeigt, dass Sie die Reise finanzieren können.
- Reiseplan Tag für Tag, auch wenn er einfach ist. China möchte wissen, wo Sie sich aufhalten.
- In manchen Fällen ein Arbeitsnachweis oder Beleg über die Bindung an Deutschland.
Wer schon einmal ein chinesisches Visum hatte, kommt mit weniger Papier aus. Beim ersten Mal nehmen Sie alles und mit Reserve mit. Das Visazentrum prüft Dokument für Dokument bei der Abgabe.

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Curadoria Voyspark
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